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Geschichte

Ich habe seit meinem 6. Lebensjahr Tauben. Die Tauben bekam ich damals von einem Bekannten. Ich brachte sie auf einem stillgelegtem Taubenschlag meines Vaters unter. Mit sieben Jahren bekam ich von meinen Eltern zwei Paar Strasser in blau geschenkt. Ich war überglücklich. Strasser und Schautauben waren fast auf jedem Bauernhof zu sehen. Von meinem Onkel bekam ich dann noch ein paar Luchstauben. Nun wollte ich meine Tauben auch auf Ausstellungen der Öffentlichkeit zeigen und trat 1960 in den Wernigeröder Geflügelverein ein.

Damals natürlich noch in der Jugendgruppe, stellte ich im selben Jahr noch mit großem Erfolg auf der Vereinsschau aus. Unterstützt wurde ich von meinem Bekannten der mir einst meine ersten Tauben schenkte. Mein Ehrgeiz wuchs und ich wollte meine Tiere auch auf großen Schauen ausstellen. Auch bei der DDR-Junggeflügelschau in Erfurt schnitt ich sehr gut ab.

Von vier Tieren bekamen zwei Preise. Der größte Preis war ein „Vorzüglich“ der vom Zentralverband gestiftet wurde. Zu dieser Zeit war ich noch in der Jugendgruppe. Wir trafen uns regelmäßig und es gab nur das Thema „Tauben, Hühner und Vögel“. Heute kaum vorstellbar aber für uns war es das Größte.

Mit 18 Jahren wurde ich bei den Senioren aufgenommen. Strasser und Luchstauben schaffte ich ab und bekam von einem Zuchtfreund Wiener Weißschild. Dieser Rasse halte ich bis heute die Treue.

1974 trat ich mit dieser Rasse in den Sonderverein für Wiener und Budapester Tümmler ein und stelle dort noch heute mit großem Erfolg aus. 1988 durfte ich zwei Wiener Weißschilder bei der Internationalen Taubenschau in Sofia ausstellen. Das war mein größter Erfolg. Ich erhielt für eine Taube den Titel „Internationaler Champion „.

Auch das blaue Band von Hannover und andere Siegerbänder habe ich im Laufe der Jahre erhalten. Es kam noch eine zweite Rasse dazu. Die Thüringer Schildtaube in rot. Auch mit dieser Rasse habe ich Erfolg. An weiße Hochzeitstauben habe ich anfänglich noch nicht gedacht. Bis im Jahre 2004 ein Nachbar heiraten wollte.

Seine Eltern baten mich doch Tauben fliegen zu lassen. Für mich war das eine besondere Herausforderung. Die Trauung fand ganz romantisch auf dem Wernigeröder Schloß statt. Ich besorgte mir ein Paar blaue Brieftauben von einem Zuchtfreund, denn diese sollte ja auch sicher wieder den Weg nach Hause finden. Als das Brautpaar die Tauben fliegen ließ, drehten diese noch eine kleine Runde über das Schloß und waren noch bevor das Paar den Holzklotz zersägt hatte wieder zu Hause.

Erst danach kam mir der Gedanke so etwas doch öfter zu tun. Allerdings nicht mit blauen Brieftauben. Ich besorgte mir helle, fast weiße, Brieftauben. Komplett weiße Tauben gab es zu dieser Zeit kaum. Es dauerte nicht lange und ich hatte als Zuchtergebnis reine weiße Hochzeitstauben. Die weiße Taube ist nun mal ein Symbol für den Frieden und als solches soll sie auch für ein Brautpaar in den Himmel fliegen.

Als meine Tochter dann im Mai 2005 im Wernigeröder Rathaus heiratete durften die weißen Tauben natürlich auch nicht fehlen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich das vorrangig für Verwandte und Freunde gemacht. Immer öfter wurde ich aber von Passanten vor dem Rathaus angesprochen. Bald bekam ich richtige Aufträge und konnte meine Tiere auch vom Jagdschloss in Halberstadt und aus den Barockgärten in Blankenburg fliegen lassen. Es ist immer schön ein Brautpaar am schönsten Tag in seinem Leben zu begleiten und ihm durch die Hochzeitstauben eine Freude zu machen.